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Hard Way East

Joe Dakar


10. Juni 2013

Die letzten Kilometer zur mongolischen Grenze sind ein Traum: Es pfeift ein scharfer, kalter Wind über das Hochtal und treibt dicke Wolkenpakete über den blauen Himmel. Das Farbenspiel, der Wechsel von Licht und Schatten zaubert magische Bilder auf die sanften, geschwungenen Hügel, das Ganze wird umrahmt von den schroffen, schneebedeckten Felswänden das hohen Altai: einfach atemberaubend!

Die Grenze ist geschlossen, Mittagspause. Es ist kalt, wir stellen uns an den Schlagbaum und warten. Endlich erscheint ein Grenzer und schickt uns zurück zu einem Bürocontainer. Die Tür ist zu, auch Mittagspause. Wir frieren weiter. Endlich kommt ein ziemlich unmotivierter Beamter, der die Pässe stempelt. Auf einer Schotterpiste geht es hinein in die Berge, auf 2800 Metern folgt der erste mongolische Kontrollposten. An der eigentlichen Grenze werden unsere Stiefel und Motorradreifen von einer jungen Dame im Schutzanzug desinfiziert, die Quittung müssen wir bei der Einreise vorzeigen. Nachdem der ganze Papierkram erledigt ist, werden wir hinter der Grenze von einem dicken Herrn im Anzug gestoppt; es ist der Versicherungsagent.

In einem Container sitzen drei Mädels und übertragen die Daten der Motorräder auf ihre Verträge. Wir bezahlen und das war’s. Dann steht die Chefin des Zollamts vor mir. „Geldwechseln?“ Klar, hier gibt es weder eine Bank noch einen Geldautomaten. Sie öffnet im nächsten Haus die Eingangstür, spaziert einfach mit mir und ihrer Kollegin an der am Tisch sitzenden Familie vorbei in deren Schlafzimmer. Auf den Stahlrahmenbetten wildfremder Leute bekomme ich dann meine Euros getauscht.
Lange überlegen wir, wie der Mongole mit den hohen Preisen klar kommt. Nach einem späteren Geldwechsel auf einer Bank klärt es sich auf: Die Mongolei ist nicht teuer, ich wurde übers Ohr gehauen ...

Die mongolische Seite des Altai ist an Schönheit schwer zu überbieten. Staunend fahren wir auf den Pisten gen Süden. Hotels, Herbergen? Fehlanzeige. Die Berge werden kleiner, die Weite größer. Den einen Weg gibt es hier nicht. Ein Bündel an Pisten schlängelt sich in die gewünschte Richtung, oder zweigt auch ganz unvermittelt ab. Die Pisten sind schlecht, sehr schlecht. Tiefe, sandige Passagen wechseln sich mit endlosen Waschbrettstücken ab. Es zehrt an den Nerven. Die Landschaft fasziniert, die Strecke verlangt die volle Konzentration und saugt mentale und körperliche Energie aus einem heraus. Die Navigation ist schwierig. Die Landkarte zeigt nicht das Gleiche wie das GPS, beides weicht stark von der Realität ab. Zerstörte Brücken führen zu langwierigem Suchen nach Umfahrungen oder Furten, Pisten enden im Nichts, Tankstellen sind Mangelware. Zum Glück ist die Reichweite unserer Adventures mit guten 500 Kilometern groß genug.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus Joe Dakars Buch Hard Way East. Mehr zu seinen Abenteuern gibt es unter

www.joedakar.de