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Geschichten erfahren – Mit dem Reiserad von Deutschland bis nach Neuseeland

Thiemo Toth


08. Februar 2016

Irgendwo in Malaysia. Es ist schon dunkel geworden, doch die tropischen Regengüsse wollen einfach nicht zur Ruhe kommen. Seit zwei Wochen regnet es nun schon, zum Glück habe ich in dieser Nacht Unterschlupf in einem verlassenen Haus gefunden. Der Weg zur Haustür ist zugewuchert, die Tür lässt sich aber leicht öffnen. Als ich mit meinem Fahrrad und dem ganzen Gepäck von der Straße abbiege, dürfte mich niemand gesehen haben.

Ich beziehe das Nachtlager und entdecke haufenweise Ameisen am Boden. Das bedeutet für mich trotz trockenen Schlafplatzes schutzsuchend mein Zelt aufzubauen. Mittlerweile ist es dunkel geworden, doch nach über 200 Nächten, die ich bereits im Forum 42 verbracht habe, kann ich es auch jetzt zügig aufbauen.

Jeder Griff sitzt und heimisch fühlt es sich an, abends nach all der Anstrengung des Tages in meine gewohnten 'vier Wände' zurückzukehren. Hier fühle ich mich geborgen und sicher, egal wie sehr der Verkehr draußen vorbeizieht, die wilden Hunde mich als Eindringling sehen oder die Moskitos Jagd auf mein Blut machen.

Es ist schon nach 22 Uhr und ich komme im besagten verlassenen Haus zur Ruhe, als ich plötzlich erst ein Geräusch, kurz darauf Schatten an der Häuserwand vorüberziehen sehe. Ich liege regunglos und hellwach in meinem Zelt und versuche die Lage einzuschätzen. Ich bin mir sicher, dass jemand im Haus ist, obwohl ich doch alle Räume abgesucht hatte.

Die Haustür ist weiterhin verschlossen, ich kann sie durch das Mosiktonetz sehen, doch wie sind die Unbekannten nur hereingekommen? Ich richte mich langsam auf, horche vorsichtig und blicke aus dem Zelt. Nichts. Doch dann. Etwas verfehlt nur knapp das geschlossene Innenzelt, als es direkt auf mein Gesicht zufliegt und in letzter Sekunde abdreht. Ich erschrecke und zucke zurück. Mein Herz schlägt und ich greife nach meiner Taschenlampe.

Erst kurze Zeit später realisiere ich: Fledermäuse! Jetzt bin ich froh im Zelt zu liegen. Im Vorfeld meiner Reise hatte ich gelesen, dass sie Tollwut übertragen können. Das würde mir jetzt noch fehlen, neben all der Strapazen, der Regenzeit und des Zeitdrucks meinen Flieger nach Australien zu erwischen.

Es gibt aber auch schlechte Nachrichten zu überbringen: Der neuseeländische Zoll hat mir das Zelt abgenommen, nachdem sie es als kontaminiert eingestuft haben.

Ein lebendiges Insekt, genauer eine lebendige Ameise war Schuld, die wohl den Flug aus Australien überstanden hatte. Ich hatte die Wahl es über 7 Tage vakuumreinigen zu lassen (für 200€) oder es verbrennen zu lassen. Da es nach ca. 250 Nächten eh schon sehr mitgenommen war, trotz intensiver Pflege, habe ich mich damals für das Verbrennen entschieden, da ich nicht eine Woche auf mein Zelt warten konnte und ich die 200 € dann lieber in ein neues Zelt investieren will.

Positiv daran ist, dass ich direkt im Vergleich die vielen Vorteile des Forum 42 bemessen konnte und es echt vermisst habe.

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