SKANFRIENDS GmbH
WECHSEL TENTS

Feurigstr. 54, 10827 Berlin

T +49 30-390 340 10
F +49 30-390 340 12

info(at)wechsel-tents.de

Grönland Expedition 2015

Prof. Dr.-Ing. Wilfried Korth


15. Dezember 2015

Die Klimakonferenz in Paris liegt hinter uns, ob nun politisch und wirtschaftlich viel passiert, werden wir sehen. Auf jeden Fall passieren in Grönland dramatische Dinge.

Die Eismassen im südlichen Teil der größten Insel der Erde gehen immer schneller werdend zurück. Es wird vermutlich nur noch wenige Jahrhunderte Dauern, bis man tatsächlich ohne Schlitten über Land die gegenüberliegende Küste erreichen kann.

Noch geht das zum Glück nicht, aber der Weg über das Eis wird beschwerlicher. In diesem Sommer hat sich eine kleine Gruppe von vier Enthusiasten auf diesen Weg von Tasiilaq im Osten nach Ilulissat im Westen Grönlands gemacht. Im Gepäck Präzisionsmesstechnik zur Koordinatenbestimmung.

Im Vergleich zu den Daten früherer Expeditionen (2002, 2006, 2010 und 2012) lassen sehr genau die Höhenänderungen entlang des 700 km langen Weges zeigen. Auch wenn der vergangene Spätsommer in Grönland recht frostig war, wir hatten es im August wochenlang fast 50°C kälter als zur gleichen Zeit in Berlin, hat das Eis weiter und mit steigender Geschwindigkeit abgenommen!

Im letzten Abschnitt der Traverse sind wir 30 m "unter" der Route von 2002 gelaufen! Derzeit verschwinden hier jährlich knapp 3 m der Eisschicht. Selbst wenn sich dieser Betrag nicht weiter erhöhen würde (was er aber leider tut), wäre an dieser Stelle das Eis im 300-400 Jahren verschwunden und man könnte mehr als 100 km ins Inland laufen, ohne die Steigeisen auch nur auspacken zu müssen!

Wilfried Korth, der Expeditionsleiter hat die Tour jedes Mal mitgemacht und hat die dramatischen Veränderungen hautnah miterlebt. Nach mehr als 3000 km Touren über das Grönlandeis ist es fast ein Stück Heimat für ihn geworden, leider eine sehr vergängliche.

Aber natürlich gab es neben der Forschungsarbeit auch grandiose Natur zu erleben. Die Crew hat sich die Pulken hinter sich her zerrend täglich mehr als 20 km vorwärtsbewegt. Und in diesem Jahr hat auch die Fortbewegung mit Windkraft erstklassig funktioniert. Am Rekordtag haben wir 50 km im Schlepp unserer Parawings zurückgelegt. Wie bei einer gemütlichen Fahrradtour sind wir über den Schnee, Eisaufwerfungen, vereiste Seen und sogar kleinere Spalten gefahren.

Eine gigantische Belohnung für wochenlanges Schindern zuvor!

vor allem im Kopf!

Was bleibt? Das Eis auf Dauer leider nicht, aber viel Bilder (vor allem im Kopf!), neue Freundschaften und Geschichten...

Und dann gibt es natürlich schon wieder Pläne für die Zukunft. In zwei Jahren soll eine kleine Expedition stattfinden und 2019 eine neue Komplettüberquerung des großen Eises.