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Mit dem Kanu von Wismar nach Bornholm

Christoph


30. Juni 2011

Insgesamt habe ich in knapp drei Wochen 650 km mit meinem Kanu und dem Aurora 1 von Wechsel Tents zurückgelegt. Während dieser Zeit erkundete ich einen Großteil der Ostseeküste. Vom Salzhaff, um Wustrow herum, an Rerik und Warnemünde vorbei, habe ich in den Saaler Bodden umgesetzt und bin durch die Boddengewässer zum Strelasund, am Kooser Haken vorbei, in die Dänische Wiek und über den Ryck nach Greifswald gepaddelt. Von dort aus ging es an Lubmin vorbei, um Struck herum, in den Peenestrom, an Wolgast vorbei, ins Achterwasser bei Ückeritz und wieder zur Ostsee. Nach Pfingsten bin ich an Usedom vorbei, über Ruden, nach Rügen gefahren, bis kurz vor Sassnitz. Von Neu-Mukran aus habe ich anschließend mit der Fähre nach Bornholm übersetzt.

Gestartet bin ich am 30. Mai mit in Wismar. An der Bukspitze hinter Rerik, direkt an der Grenze zum Naturschutzgebiet, fand ich den ersten wunderbar ruhigen Platz. Am nächsten Abend kurz hinter Börgerende wurde es ungemütlich – der auflandige Wind war so heftig, dass ich spät Abends vom Strand auf ein höheres Plätzchen umgezogen bin, weil die aufgepeitschte See dem Zelt sehr nah kam. Da die Wetterlage bis zum nächsten Nachmittag anhielt und es mir zu riskant war, alleine rauszufahren, blieb ich dort eine weitere Nacht. Etwas absurd muteten in der abendlichen Stille zwei Feuerwerke in Kühlungsborn und Heiligendamm an – bis sie mehrfach von extrem tieffliegenden Kampfjets durchbrochen wurden.

Am nächsten Tag wurden die Wellen vor Warnemünde noch mal höher, bei der Querung der Warnow-Mündung mit einem kurzen Sprint in sehr kabbeligem Wasser. Die wirklich nervige Umtrageaktion in den Bodden (viel Sand und verwurzelte Wege) hat sich dann sehr gelohnt – da konnte ich die Landschaft und die Abende genießen. Vor Stralsund wurde es dann wieder ungemütlicher. Kabbelwasser und ein heftiges Gewitter trieben mich früher als geplant auf den Zeltplatz in Stahlbrode.

Heftiger wurde es dann wieder hinter Greifswald, als ich bei starkem Gegenwind richtig ‚keulen’ musste und trotzdem nur mit unter 4 km/h vorankam. Dabei musste ich weit raus fahren, um den vielen Kitern aus dem Weg zu paddeln. Es war beeindruckend, wie sie an mir vorbeischossen, bis mich ein Gewitter wieder zum Kurzbiwak vor Lubmin zwang. Der Schlafplatz direkt am Vogelschutzgebiet hinter der Marina Lubmin war umso traumhafter und das Zelt wegen des Windes nach der Nacht komplett versandet. Der Peenestrom und das Achterwasser boten danach wieder eine traumhafte Landschaft, mit den steilen Küstenlinien am Weißen Berg und dem Loddiner Höft.

Direckt nach Pfingsten und der nicht ganz so spannenden Küstenlinie Usedoms, vorbei an Schiffswracks war die Überfahrt nach Rügen bei hohen nordöstlichen Wellen kein großer Spaß. Der Wind drückte die Wellen ordentlich, sodass sie oft brachen und der Bug immer wieder tief ins Wasser klatschte. Nach dieser Dusche und der üblichen Kaffee- und Badepause am Thiessower Haken ging es dann an die spannendere Küstenlinie Rügens – der zweite Zeltplatz auf Rügen direkt vor Sassnitz war wohl auch der Spektakulärste.

Weiter auf Bornholm – der vermeintlichen Sonneninsel Dänemarks – erwarteten mich nach der Überfahrt mit der Fähre Gewitter und sehr viel Wind. Einheimische meinten zu mir, dass ich den wohl ungünstigsten Zeitpunkt erwischt hätte. Eigentlich hatte ich viel für die Umrundung eingeplant, doch aufgrund des Wetters habe ich sie in drei Tagen gemacht. Auf der Ostseite war die See bei ablandigem Wind zunächst sehr still. Die traumhafte, immer felsigere Küste mit ihren kleinen versprengten Ortschaften, bunten Häusern und Räuchereien führte mich zur Festung Hammershus, die vom Meer aus auf schroffen Felsen thronend beeindruckt. In Richtung Salomons Kapel wurde die See dann unruhiger und als ich die Nordspitze umfuhr, änderte sie sich vollends. Bei starkem Gegenwind paddelte ich kontinuierlich und konnte an der felsigen Küste weder Anlanden noch Fotografieren. So zog ich eine Pause im geschützten Hafen von Sandvig  bei Smørrebrød und Räucherfisch vor, ehe es an der wieder abfallenden Küste zum Schlafen in die Salnebugt  ging. Der Wind hatte abends glücklicherweise nachgelassen. Andernfalls wäre das Anlanden auch hier aufgrund der vielen Felsbrocken vor dem Strand riskant gewesen.

Am nächsten Tag lag die Königsetappe vor mir – der Seewetterbericht hatte steigende Winde, von sechs auf acht, von West auf Süd drehend, avisiert. Ich saß über neun Stunden im Boot, ehe ich an der Dueodde bei heftiger Brandung anlandete. Weiter draußen waren die Wellen zwar sehr hoch, aber gleichmäßig und entspannt zu fahren.

Am 21. Juni bin ich nach der Bornholm-Umrundung in Rønne angekommen und nahm von dort aus die Fähre und die Bahn zurück nach Berlin.

Geschlafen hab ich während dieser Zeit in meinem Aurora 1, meistens am Strand. Nur in Stralsund, Greifswald und Wolgast habe ich mein Zelt bei Kanuvereinen aufgeschlagen, in Stahlbrode, auf Rügen, bei Göhren und in Rønne war ich auf Zeltplätzen.