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Mit dem Motorrad entlang der Panamerikana

Ulrike und Stephan Hahnel


15. September 2016

Für unsere Motorradreise durch Nord- und Südamerika hatten wir damals eine Dauer von einem Jahr eingeplant. Am Ende sind fast zwei daraus geworden. Denn nach 12 Monaten hatten wir es gerade von Alaska bis nach Nicaragua geschafft und wir wollten uns natürlich Südamerika nicht entgehen lassen. Wir wussten schon, warum wir uns Krad-„Wanderer“ nennen: Allzu schnell wollten wir nicht unterwegs sein, denn dann verpasst man viele interessante Dinge und intensive Erlebnisse.

Unsere Route führte uns vom nördlichen Wendekreis bis nach Feuerland, mit einem kurzen Abstecher ohne den Motorrädern nach Kuba. Auf der Panamericana, dem berühmten Highway, sind wir dabei nur sehr selten gefahren. Wir haben uns bewusst auf kleineren Nebenrouten bewegt, um Land und Leute besser kennenlernen zu können. Das führte uns auch oftmals auf spannende Schotterpisten oder in unwegsames Gelände. Doch genau dort fanden wir die herrlichsten Standorte für unser Zelt. Die schönsten Zeltplätze hatten wir so zum Beispiel in absoluter Einsamkeit in Alaska, in einem „Bärenwald“ in Kanada und am Rande der Nationalparks der USA. In Südamerika gab es viele beeindruckende Naturschauplätze, an denen wir gerne unser Zelt aufgeschlagen haben. So haben wir dies auf 4800 Metern Höhe in der Cordillera Blanca in Peru, oder knapp unterhalb der Schneegrenze des Vulkanes  Chimborazo in Ecuador getan. Besonders gefallen haben uns auch unsere wilden Übernachtungsplätze auf der Salaar de Uyuni und auf der Lagunenroute in Bolivien in 5000m Metern Höhe in Sichtweite aktiver Geysire. Auch unsere Übernachtung auf einem Hügel direkt vor riesigen bunten und bizarren Felsformationen in Argentinien bleibt uns unvergesslich.

Ohne die vielen Begegnungen mit den Menschen in den verschiedenen Ländern wäre unsere Reise allerdings nur halb so schön gewesen. Auf der Straße kommt man automatisch mit den Leuten in Kontakt, wird oft angesprochen und gelegentlich auch mal eingeladen. Wir haben zusätzlich diverse Plattformen wie Servas oder Couchsurfing genutzt, um Einheimische zu finden, welche gerne Reisende bei sich aufnehmen. Sie führten uns zu Orten abseits von Touristenpfaden und bezogen uns in ihr Alltagsleben ein. Zugute kam uns dabei auch, dass wir ein wenig Spanisch sprechen und verstehen konnten, welches sich auf der Reise immer mehr verbessert hat.

Vermeintliche Rückschläge haben sich letztendlich oft als positiv herausgestellt: Aufgrund eines ausgefallenen Federbeins mussten wir in Puebla, Mexiko, drei Wochen auf die Ersatzteile aus Deutschland warten. Die Familie, bei der wir zum Zeitpunkt des Ausfalls zufällig waren, bot uns an solange zu bleiben, wie wir wollen. Nachdem die Ersatzteile endlich da waren, ist einer von uns krank geworden, sodass wir drei weitere Wochen bleiben mussten. Insgesamt haben wir also sechs Wochen bei unseren Gastgebern verbracht und haben eine intensive Zeit dort erlebt. Wir gehörten praktisch zur Familie, waren auf Hochzeiten, leider auch auf einer Beerdigung, haben den lokalen Karneval miterlebt und waren in die alltäglichen Geschehnisse eingebunden. Wie so viele emotionale Abschiede während der Reise, viel uns dieser bei unserer Weiterreise besonders schwer.   

Durch Freiwilligenarbeit im Tausch gegen eine Unterkunft, konnten wir an verschiedenen Orten längere Zeit an einem Ort verbringen. So haben wir in Montana auf einer Ranch gearbeitet, sind dort Traktor gefahren, haben Kühe gescheucht und haben dabei geholfen Pferde wieder einzufangen. In Ecuador haben wir an der Küste in einem Bambushaus gewohnt und bei der Reinigung der Bambusrohre geholfen, wohingegen wir in Chile für eine Kommune eine Webseite erstellt haben. Diese Zeiten waren sehr lehrreich aber auch nötig, denn täglich weiterzureisen ist über einen längeren Zeitraum sehr anstrengend.

Ein weiterer spannender Aufenthalt war für uns die Zeit bei den Tsáchilas, einem Indianerstamm in Ecuador. Der Besuch führte uns besonders deutlich vor Augen, in welch unterschiedlicher Welt die Menschen heutzutage leben. Die Gesellschaft in der wir aufgewachsen sind, ist inzwischen sehr weit vom Leben in natürlicher Umgebung entfernt. Die Tsáchilas wiederum verstehen nicht, warum es in unserer Generation so viel Stress gibt und wonach wir alle trachten. Glückliche und unglückliche Menschen scheint es auf beiden Seiten zu geben.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung für Helfer haben wir in verschiedenen Ländern Lateinamerikas soziale Projekte unterstützt. Beispielsweise waren wir in EL Alto, Bolivien mehrere Tage in einem Betreuungsort für Straßenkinder und haben von Spendengeldern aus Deutschland dringend benötigte Dinge wie einen Schnellkochtopf für das Kochen in großer Höhe, Unterwäsche, Handtücher und Hygieneartikel besorgt.

Vor dem Start unserer Reise haben wir lange nach einem passenden Zelt gesucht. Als Langzeitmotorradreisende haben wir andere Kriterien als zum Beispiel Bergsteiger oder Radfahrer. Gewicht spielt zwar auch für uns eine Rolle, aber wichtiger war uns das Raumangebot, welches wir zum Unterbringen von Motorradsachen benötigen und uns etwas „Wohnraum“ bietet, da wir schließlich viele Nächte im Zelt verbringen würden. Für das Halos Zero G hatten wir uns aus mehreren Gründen entschieden: Es ist ein Geodät welches auch ungespannt steht, damit wir nicht jedes Mal auf geeigneten Boden für die Heringe angewiesen sind und andererseits gut abgespannt auch einem Sturm trotzen kann.

Besonders das bereits eingehängte Innenzelt hat uns wie erwartet den Aufbau im Regen vereinfacht und das Beziehen eines trockenen Innenraumes ermöglicht. Ein Muss war für uns auch das Moskitonetz an beiden Hauptöffnungen, welches besonders in warmen Regionen ein Durchlüften des Zeltes ermöglicht, ohne von den Plagegeistern in den Wahnsinn getrieben zu werden.

Circa ein Drittel der Nächte unserer Reise haben wir im Zelt verbracht. Das bedeutet, dass wir das Zelt unter verschiedensten klimatischen Bedingungen ungefähr 250 Mal auf und wieder abgebaut haben. Das Wechsel Zelt diente uns dabei stets als trautes Heim, wenn sich doch sonst unsere Umgebung ständig änderte.

Mehr zu unserer Reise:

www.krad-wanderer.de